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Der Himmel hat einen neuen Stern

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Eigentlich wollte ich über tolle Erlebnisse von Feenou und Cayana berichten. Leider muss ich jetzt freudlose Zeilenschreiben.
Ich glaube es gibt kaum einen, der die traurige Geschichte von Feenou nicht kennt.

Im Mai 2019 wurde ich gebeten einen Bericht über meine beiden Fellnasen für das Eurasier-Magazin zu schreiben, ich wusste nicht so recht wie ich das umsetzen sollte.
Aber jetzt die richtigen Worte zu finden, fällt mir sehr, sehr schwer.
Auf meinem Handy habe ich unzählige Bilder und Videos von meinem Fellmädchen, die ich mir immer noch nicht anschauen kann. Zu Hause haben wir einige Fotos aufgestellt und wenn ich davor stehen bleibe, bin ich tief traurig und es tut unheimlich weh. Manchmal hoffe ich, dass ich aufwache und es nur ein schlechter Traum war.

Es haben so viele Menschen mit uns gefühlt, gebetet und gebangt. Wir möchten uns bei allen, für die gigantische Hilfewelle, von ganzem Herzen bedanken. Wir hätten niemals erwartet, dass so viele an ihrem Schicksal teilhaben und ihr helfen wollten. Diese Unterstützung war der absolute Wahnsinn, ob Geldzuwendungen, Blutspenden, tröstende und Mut machende Worte, alle Zeichen der Liebe, Verbundenheit und Freundschaft. Das alles hat uns Kraft gegeben, um es durchzustehen. Die Anteilnahme war überwältigend und wir kamen an manchen Tagen aus dem Weinen nicht mehr raus.

Wir haben mit Feenou gekämpft, gehofft und haben sie doch verloren. Wir, die Ärzte, ihre Züchterin, der KZG-Verein haben alles versucht um sie zu retten. Haben alles, was in unserer Macht stand, getan. Wir haben gekämpft, wie die Löwen, bis zu ihrem letzten Atemzug.

Die 7,5 Wochen waren eine Achterbahn der Gefühle, zwischen Hoffnung, Freude, Angst und Enttäuschung. Sehr oft waren wir hilflos, wollten doch so gerne, dass sie wieder gesund wird, um mit den Kindern im Garten zu toben oder sie einfach nur beim Schlafen auf ihrem Lieblingsplatz zu beobachten. Sie war doch erst gerade drei Jahre geworden.

Es jagte eine Nachricht die andere, hatte sich ihr allgemeines Befinden verbessert, wurde das Blutbild schlechter. Gab es endlich eine positive Entwicklung, ließ die negative Mitteilung nicht lange auf sich warten. Immer, wenn sie in der Klinik bleiben musste, blutete mein Herz...

Sie war doch mein Wunsch, mein kleines Fellkind... Jeden Tag hat sie uns gezeigt, dass sie leben möchte, ihr Wille da ist, sie nicht aufgeben wollte. Unser Kämpfer hat uns angelächelt, wenn wir sie in der Tierklinik besucht-, sie in ihrem Wagen spazieren gefahren haben und sie ihre Freunde wie auch Hundefreunde getroffen hatte oder die Kinder aus der Schule kamen. Feenou freute sich über ihre Pfleger und Ärzte, sie war der Liebling auf der Station. Wenn wir sie abholen oder mit ihr eine kleine Runde laufen durften, ist sie mit einem stolzen und trabenden Gang aus der Klinik geschwebt. Das hat uns Mut gemacht und wir waren alle sehr glücklich.  Als wir sie nach der letzten stationären Einweisung abholten, war sie sehr schwach. Dennoch schenkte sie uns an dem Abend noch ein letztes Mal etwas Lebenswillen. Sie fraß sogar etwas. Doch am nächsten Morgen  war der nicht mehr da, ihre strahlenden Augen, das Lächeln waren schlagartig weg. Sie war nicht mehr unsere Feenou, so wie wir sie kannten. Unser Bärchen zeigte uns, dass sie keine Kraft mehr hatte. Sie bekam plötzlich neurologische Ausfälle und jammerte herzzerreißend. Noch einmal wollte sie auf ihren Lieblingsplatz ans Fenster, ich hob sie hoch. Da lag sie ein paar Minuten, schaute hinaus, schnüffelte alles ab - das war wie Abschied nehmen. Ihre Kulleraugen sagten mir – Frauchen, es ist Zeit – ich muss jetzt gehen...

Wir fuhren mit ihr zum Tierarzt, ich klammerte mich an mein Mäuschen und hasste jede Minute die verging. Feenou schlug ihren Hals um meinen, als wollte sie sagen – Ich danke euch für die wunderschöne Zeit, eure Liebe, euer Vertrauen, einfach für alles. Ich trug sie in die Praxis, unsere Haustierärztin schüttelte traurig den Kopf und erst jetzt realisierte ich, was ich nie wahrhaben wollte und immer von mir weg geschoben hatte. Feenou schaute mir noch einmal tief in die Augen. Meine Worte, ihre Blicke wir haben unsere Freundschaft in nur drei Jahren aufbauen dürfen, wir waren uns so vertraut. Ich hielt sie ganz fest, als ihr Kopf langsam fiel und für immer die Augen schloss. Sie ist ganz friedlich in unseren Armen eingeschlafen. Der Tierärztin liefen Tränen über das Gesicht. Sie sagte, sie würde gern unseren Hund zum Auto tragen wollen.

Dann sind wir nach Hause gefahren und ich kam mir vor, als wäre ich in einem falschen Film, alles lief an mir vorbei.
Nachdem wir uns und Cayana von unserem Sternchen verabschiedet hatten, haben wir sie in unserem Garten beerdigt. Jasmin hat Feenou einen Abschiedsbrief und Fotos dazu gelegt, Larissa hat ihr Lieblingsspielzeug beigegeben. Es tut sooo verdammt weh und wir sind unendlich traurig. Der Schmerz will einfach kein Ende nehmen.

Nach ihrem Tod dachte ich sehr oft, alles war umsonst. Es dauert sicher noch eine ganze Weile, alles zu verarbeiten und zu akzeptieren, trotzdem möchte ich euch sagen, dass doch nicht alles umsonst war. Der Zusammenhalt und der Beistand von jedem Einzelnen und des KZG-Vereins hat uns das Gefühl gegeben, nicht mit den Sorgen und Ängsten alleine zu sein. Es tut gut zu wissen, dass Menschen hinter uns stehen sowie Hilfe leisten, denn das ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Es sind Freundschaften entstanden, dafür bin ich sehr dankbar.

Wir mussten unsere große Liebe ⭐Feenou von der Sternenkate⭐ gehen lassen. Du warst viel mehr als nur ein Hund, du warst eine Bereicherung für unsere Familie, ein Teil unseres Lebens, den wir für immer verloren haben. Wir danken dir, für die wundervollen und wertvollen Minuten und Momente. Du warst ein wunderschönes, liebevolles, gelehriges und souveränes Bärchen. Mein kleines Fellmädchen, wir werden dich niemals vergessen, du warst ein Geschenk für uns. Wir werden uns immer mit Liebe und Dankbarkeit an dich erinnern. Wir haben dich lieb mein Engelchen...

Der Himmel hat einen neuen Stern.
Mach's gut, meine treue Feenou.

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Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern eines, dies eine Blatt man merkt es kaum, denn eines ist ja keines. Doch dieses Blatt allein, war Teil von unserem Leben, drum wird dies Blatt allein, uns immer wieder fehlen.

Wir möchten uns bei jedem Einzelnen persönlich bedanken, leider ist das nicht möglich, deswegen diese Zeilen hier. Ein ganz besonderer Dank geht an Feenou’s Züchterin Jeanette Eberhardt-Altenbach, sie hat uns die 7,5 Wochen jeden Tag zur Seite gestanden, ihre Nerven behalten, ihre Kraft an mich weiter gegeben und hat mir immer den richtigen Weg gewiesen, ohne Jeanette hätte ich das alles nicht geschafft. Ein Dankeschön an unsere LGL Beate Diestel, sie hat sich um die Organisation der Blutspender bemüht und hatte immer ein Ohr für mich. Einen herzlichen Dank an die Familien der Blutspender für ihren schnellen Einsatz. Vielen Dank an den KZG-Vorstand und der Schatzmeisterin Frau Hommel sowie Conny Otterpohl. Danke an alle Besitzer der Sternchen sowie ihren Fellkindern und Fellenkeln. Meine Freundin Silke Höft sagte in der schweren Zeit: „Ach Anett, du musst dich nicht bedanken. Wir sind doch eine Familie.“ Ich musste weinen...

Wahrscheinlich liebe ich Hunde so sehr, weil sie mir nur ein einziges Mal weh tun, nämlich dann, wenn sie über die Regenbogenbrücke gehen müssen. Es ist immer zu früh und es tut immer weh!

Feenou, du warst etwas ganz besonderes, du warst unser Hündchen!

An meine Familie: Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume. Wenn ihr in den Himmel schaut und dabei ein Sternchen klaut, nehmt es, drückt es, denkt an mich, denn das Sternchen, das bin ich!

In ewiger Dankbarkeit
Anett und Randolf mit Larissa und Jasmin sowie Cayana.

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